| In seinem Buch Wie wirklich ist
die Wirklichkeit berichtet Paul Watzlawick von einem
interessanten Experiment: "Das neurotische Pferd" (S. 58)
"Wenn man einem Pferd über eine Metallplatte im Boden
seiner Box einen leichten elektrischen Schock in einen seiner Hufe erteilt
und wenige Sekunden vorher jeweils eine Glocke läutet, wird das Pferd sehr
rasch eine Kausalbeziehung zwischen dem Glockensignal und dem Schock
"vermuten" und daher beim Glockenzeichen den betreffenden Huf vom Boden
abheben. Wenn dieser sogenannte konditionierte Reflex einmal hergestellt
ist, kann man den Schockapparat abmontieren, da das Pferd unweigerlich
jeweils seinen Huf vom Boden abheben wird, sobald die Glocke ertönt, um auf
diese nun bewährte und verläßliche Weise den Schock zu vermeiden. Dies
führt zu dem interessanten Resultat, daß das Tier jedesmal, wenn es den Huf
hebt und "daher" keinen Schock erhält, in der Annahme bestärkt wird, das
Heben des Hufs sei das "richtige" Verhalten, das vor einem unangenehmen
Erlebnis schützt."
Warum wir diese Geschichte erzählen? Betrachten sie es als leichte
Warnung. Die hier mitgeteilten Konzepte und Ideen sind nicht wahrer
oder richtiger als die, die hier nicht stehen und zwar ausschließlich
aus dem Grund, weil über die Wahrheit bzw. Richtigkeit eines Konzepts oder
einer Idee nur im Kopf entschieden wird. Wirklichkeit ist ein
geistiges Konstrukt, dem eine gewisse Brauchbarkeit zukommt oder nicht. Wir
sprechen daher von Modellen, wenn wir bestimmte psychologische oder
spirituelle Konzepte hier näher vorstellen. Modelle sind nicht wahr,
sondern brauchbar.
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